Prof. Dr. Marc Bangert

Musikausdruck - Musikeindruck. Neurobiologische Mechanismen musikalischer Emotion

Musikausdruck - Musikeindruck. Neurobiologische Mechanismen musikalischer Emotion

Freitag, 2. November 2018, 11h30 – 13h00

Musikalität gehört zum universellen und spontanen menschlichen Verhaltensrepertoire; zugleich ist Musik kulturell und historisch extrem diversifiziert, was den neurowissenschaftlichen Zugang zu einer Herausforderung macht. Multiple neuronale Pfade und Netzwerke sind an der Musikwirkung beteiligt; die Palette emotionsauslösender klanglicher Parameter ist vielschichtig – welche Affekte sind instinktiv wirksam, welche im Kulturraum erlernt? Ein Überblick über Hirnforschung zu expressiver und induzierter musikalischer Emotion, aktuelle neurobiologische Theorien zur Musikwirkung, und die Schlüsselrolle u.a. der menschlichen Stimme für die Fähigkeit des Gehirns, emotionalen Ausdruck auch in instrumentaler Musik zu interpretieren.

Prof. Dr. Marc Bangert ist Professor für Cognitive Neuroscience of Music an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Der studierte Physiker und Neurobiologe blickt auf zwei Jahrzehnte in der Erforschung der Neurokognition des Hörens und der Musikausübung zurück. Als Wissenschaftler war er u.a. am Institut für Musikphysiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, an der Harvard Medical School und am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig tätig. Er hat zahlreiche Originalarbeiten in internationalen Fachzeitschriften sowie Buchbeiträge publiziert und ist Preisträger sowohl wissenschaftlicher als auch künstlerischer Auszeichnungen.
Seine Forschungsinteressen gelten den funktionellen und anatomischen Besonderheiten des Musikergehirns, funktioneller motorischer Plastizität beim Üben am Instrument, inferenten kognitiven Prozessen in der Musikwahrnehmung, und der Evolutionsbiologie musikalischen Verhaltens. Die Schwerpunkte im Bereich künstlerischer Anwendungen sind physiologische und gestische Interfaces für Sonic Arts, Gehirn-Computer-Schnittstellen und 3D-Motion-Capture. Mit der Konzeption und Realisierung interaktiver Live-Installationen wirkte er an zahlreichen Hörfunk- und Bühnenproduktionen (u.a. Berliner Festspiele/ Maerzmusik 2004) mit.

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