Markus Kunze

Die Geburt des Wortes

Die Geburt des Wortes

Samstag, 3. November 2018, 09h00 – 11h00

Im Workshop wird eine Idee vorgestellt, wie wir die immer wieder sichtbare Kluft zwischen dem Training für Atem-Stimme-Körper inclusive aller Sprechübungen und dem Beginn der Beschäftigung mit Text überwinden können. Dieses Übungsexperiment entwirft eine Brücke zwischen Training und der Arbeit am Text. Es ist „noch“ keine Arbeit am Text, sondern eine „Geburt des Wortes“: ein Wiederentstehen des Wortes auf körperlich-bewegender, intentional-handelnder sowie artikulatorisch-phonetischer Weise. Wo berührt das fremde Wort etwas in mir, woraus es dann wieder hervorschwingen kann? Beim körperlichen Erforschen dieser Frage mobilisieren wir Empfindungen als psychophysische Vorgänge, die die aktive Benennung als phonetisches Lautbild oder Begriffswort rechtfertigen. Dies geschieht sprach-sprech-spielerisch und führt zur Entdeckung des Wortes. Hier gestaltet sich der Dialog zwischen Wahrnehmung und Benennung, der die Rückkehr zum ursprünglichen intentionalen und narrativen Impuls ermöglicht. So begründet sich jedes Wort als Phänomen einer beschreibenden körperlichen Dimension. Für die Übung verwendet Markus Kunze kurze, komplexe und dabei doch genial einfache Texte. Der Workshop ermöglicht bewegungsintensive und freudvoll körperlich forschende Arbeit.

Markus Kunze studierte Schauspiel an der Staatlichen Theaterakademie St. Petersburg. Abschlussdiplom 2001 / Stipendiat des DAAD. Dort begann die für ihn prägende Zusammenarbeit mit Prof. Juri Vasiliev und die Auseinandersetzung mit dessen Übungssystem zur Vervollkommnung der Ausdrucksfähigkeit von Stimme, Sprache und Körper des Schauspielers. Er arbeitet als freischaffender Schauspieler und Sprecher, dreht für Kino- und Fernsehproduktionen. Er inszeniert und leitet Theaterprojekte und unterrichtet Schauspiel und Bühnensprechen; Markus Kunze ist Lehrbeauftragter u. a. an der Universität der Künste und an der Berliner Schule für Schauspiel. Gemeinsame Workshops mit Juri Vasiliev u.a. in Hamburg, Stuttgart, Leipzig und Stockholm.

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