Prof. Dr. Annerose Keilmann

Fragebögen in der Diagnostik von Stimmstörungen

Fragebögen in der Diagnostik von Stimmstörungen

Freitag, 2. November, 14h00 – 16h00

Im Workshop werden zunächst gemeinsam allgemeine Überlegungen zum Einsatz von Fragebögen angestellt. Welche Typen von Fragebögen gibt es? Lohnt sich der Zeitaufwand? Stellt ein Fragebogen nicht immer auch unzutreffende Fragen? Was ist standardisiert, was ist normiert? Was ist der Unterschied zu einem Test? In der Diagnostik von Stimmstörungen ist die Selbsteinschätzung der Betroffenen eine wichtige Säule der Diagnostik, wie sie auch im Basisprotokoll der Europäischen Laryngologischen Gesellschaft gefordert wird (Dejonkere et al., 2001). Standardisierte, möglichst normierte Fragebögen erlauben den Vergleich des/r Befragten mit der Grundgesamtheit, ihr mehrfacher Einsatz erlaubt den Vergleich im Zeitverlauf.
Patient*innen mit Stimmstörungen klagen neben reinen Stimmsymptomen, die im Voice Handicap Index (Nawka et al., 2003) erfasst werden können, häufig auch über Missempfindungen wie Brennen, Trockenheit oder Kloßgefühl im Hals, die in der Vokaltraktbeschwerdenskala erfasst werden (Lukaschyk et al, 2017). Zur Messung der Betroffenheit ist es weiterhin relevant, wie wichtig der/die Betroffene die Stimme für sich erlebt. Dies kann mit dem „Fragenbogen zur Erfassung des stimmlichen Selbstkonzepts“ (Nusseck et al., 2015) in Erfahrung gebracht werden. Im Stimmheilzentrum Bad Rappenau werden alle Patient*innen mit Stimmstörungen gebeten, diese Fragebögen am Anfang und am Ende der drei- bis vierwöchigen Reha-Maßnahme auszufüllen, sodass auch wir unsere Erfahrungen mit diesen Fragebögen und unsere Ergebnisse zu Veränderungen durch die intensive multimodale Therapie berichten können. Der Workshop eignet sich für alle, die an Stimme interessiert sind.

Prof. Dr. Annerose Keilmann ist Chefärztin des Stimmheilzentrums Bad Rappenau, Fachärztin für Phoniatrie und Pädaudiologie und HNO-Fachärztin. Sie hat ihr Studium der Humanmedizin in Homburg (Saar) und Freiburg i. Br. absolviert. An der HNO-Klinik der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg, Ltd. arbeitete sie als Assistenz- und Oberärztin. Dort durchlief sie auch Ihre Facharztausbildungen und ihre Habilitation. Von 2006 bis 2015 war sie Leiterin des Schwerpunktes Kommunikationsstörungen der Universitätsmedizin Mainz und lehrt nun Stimmphysiologie an der Musikhochschule Mainz. Sie ist außerdem Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie, sitzt im Wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Bunds der Logopäden sowie im Vorstand der AG Laryngologie der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde. Darüber hinaus ist Prof. Dr. Annerose Keilmann begeisterte Chorsängerin.

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