Dienstag , 28. Juni 2022 | 17H30, Universität Stuttgart, Keplerstr. 17 (K II), 70174 Stuttgart

Der Fall von Plataia
Eine denkwürdige Episode aus der Geschichte des Peloponnesischen Krieges

Der Fall von Plataia

„Ich habe dieses Stück zur […] Darstellung gewählt, weil sich in demselben der ganze griechische Charakter ausdrückt, weil sich in demselben alles Schöne und Häßliche, alles Starke und Schwache, alles Liebenswürdige und Abscheuliche des griechischen Namens vereiniget findet.“

Die Belagerung, Eroberung und Zerstörung der Stadt Plataia durch die damalige militärische Großmacht Sparta ist eine Begebenheit, die sich in den ersten Kriegsjahren des Peloponnesischen Krieges zwischen Athen und Sparta ereignete: Die kleine boiotische Stadt, an der Grenze zu Attika gelegen, war mit Athen verbündet. Nachdem es 431 v. Chr. Theben misslungen war, die Stadt durch einen Putsch einzunehmen, unternahm Sparta zwei Jahre später einen weiteren Versuch, der im Sommer 427 v. Chr. mit der Hinrichtung der verbliebenen tapferen 225 Verteidiger grausam endete. Johann Gottfried Seume (1763-1810), Bauernsohn, Offizier, Lektor, Dichter und Schriftsteller der Spätaufklärung, heute bekannt nahezu ausschließlich durch die Veröffentlichung seines originellen Reisberichts über seine Fußreise von Grimma bei Leipzig bis Sizilien („Spaziergang nach Syrakus im Jahr 1802“), fertigte im Laufe seines Lebens auch Übersetzungen ausgewählter Passagen aus dem Werk verschiedener antiker Autoren an. Daraus sticht besonders die ausgewählte Episode hervor, in der sich seiner Einschätzung nach die Eigenart der griechischen Kultur zum Ausdruck kam, und zugleich mahnendes Beispiel sein konnte, um zu verdeutlichen, wie nah Humanität und Barbarei beiander liegen können.

Professor Dr. Peter Scholz hat den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Stuttgart inne. Seine Forschungsinteressen gelten der griechischen Sozial- und Kulturgeschichte, besonders in hellenistischer Zeit, der späten römischen Republik, der oratorischen Praxis, der politischen Ideengeschichte sowie der Kindheit, Jugend, Erziehung und Bildung in der Antike.

Lesung: Mitglieder des Sprecherensembles

Eine Kooperation der Abteilung Alte Geschichte des Historischen Instituts der Universität Stuttgart, des Landesmuseums Württemberg und der Akademie für gesprochenes Wort.

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