Montag , 28. Oktober 2019 | 19h30, Hospitalhof Stuttgart, Lechler-Saal

»Nord und West und Süd zersplittern«
der West-Östliche Divan in Zeiten des Umbruchs

»Nord und West und Süd zersplittern«

Mit Salim Alafenisch, Müjde Karaca, Hasan Özdemir, Jürgen Wertheimer, Beate Rux-Voss, Silke Schwarz

Goethes West-östlicher Divan ist heute aktueller denn je. Wie kein anderes Werk der europäischen Literatur steht der West-östliche Divan für den geistigen Austausch zwischen West und Ost, Okzident und Orient. Anlässlich des 200. Geburtstags dieses einmaligen Literatur-Experiments diskutiert Jürgen Wertheimer mit den Schriftstellern Salim Alafenisch und Hasan Özdemir sowie der Fotografin Müjde Karaca und der Sopranistin Silke Schwarz über gegenwärtige Bedeutungen und Möglichkeiten künstlerischer Kulturkontakte. Silke Schwarz und Pianistin Beate Rux-Voss umrahmen die Diskussion mit Vertonungen des West-östlichen Divan.

Salim Alafenisch wurde 1948 als Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste geboren. Als Kind hütete er die Kamele seines Vaters, mit vierzehn Jahren lernte er Lesen und Schreiben. Nach dem Gymnasium in Nazareth und einem einjährigen Aufenthalt in London studierte er Ethnologie, Soziologie und Psychologie an der Universität Heidelberg. Seit Langem beschäftigt er sich mit der orientalischen Erzählkunst. Er liest seine Geschichten nicht vor, sondern erzählt sie frei. Salim Alafenisch lebt in Heidelberg.

Müjde Karaca-Toğmuş, geboren 1981 in Bamberg, studierte visuelle Kommunikation an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Als türkischstämmige Deutsche beschäftigte sie sich besonders mit dem Thema Heimat, Herkunft und Identität. Mit ihrer Arbeit „Almanyali-Deutschländer” stellt sie Türken in Deutschland vor, die in unterschiedlichen Bereichen leben, und lässt sie ihre persönlichen Geschichten als Deutschländer erzählen. Mit ihrer fotografischen Arbeit „Zinat-Reize” erhielt sie den 1. Platz des Förderpreises für Buchgestaltung von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Sie war am ZKM/ Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe als Kommunikationsdesignerin und Projektgestalterin beschäftigt. Auch hier hat sie in Kooperation mit dem Institut für Finanzen und Wirtschaft ein deutsch-türkisches Fernseh-und Internetmagazin konzipiert, in dem das Thema Fachkräftemangel und kulturelle Vielfalt in Baden-Württemberg behandelt wurde. Heute arbeitet die 2-fache Mutter und Autorin selbstständig als Vermögensberaterin in Ihrer Firma MS finanzexperten in Ostfildern.

Hasan Özdemir ist ein deutschsprachiger Lyriker, Erzähler und Dramatiker. Er ist in der Türkei geboren, lebt seit 1979 in Ludwigshafen/Rh. und seit 2009 auch in Freinsheim. Er studierte Germanistik, Philosophie und Deutsch als Fremdsprachenphilologie in Heidelberg. Seit 2010 ist er der Initiator
der „Literarischen Lese“ in Freinsheim.

Prof. Dr. Jürgen Wertheimer lehrt Internationale Literaturwissenschaft an der Universität Tübingen. Seine Arbeitsgebiete umfassen die Europäische Aufklärung, Weltliteratur, Kulturkonflikte und Emotionsforschung. Zu seinen jüngeren Publikationen gehören Vertrauen: Ein riskantes Gefühl (2016),
Taksim – Maidan – Tahrir: Die Sprache der Plätze (2017) und Weltsprache Literatur: Die Globalisierung der Wörter (2018).

Beate Rux-Voss studierte Kirchenmusik (A) u.a. bei Martin Haselböck und legte bei Daniel Roth die Konzertreifeprüfung Orgel mit Auszeichnung ab und absolvierte ein Diplom für „Historische Tasteninstrumente“ bei Jon Laukvik. Sie war u.a. Erste Preisträgerin beim Internationalen Georg-Böhm-Orgelwetttbewerb in Lüneburg. Von 1996 bis 2015 wirkte sie als (Bezirks)-Kantorin an der Ev. Pauluskirche in Bad Kreuznach. Im Jahr 2000 wurde ihr der Kulturpreis der Stadt verliehen. Seit 2015 wirkt sie als Kantorin an der Johanneskirche in Heidelberg-Neuenheim. Sie leitet neben der Camerata Vocale Heidelberg, dem Figuralchor Heidelberg, der Kantorei und dem coro johanni auch vier Kinderchorgruppen. Darüber hinaus ist sie auch international als Konzertorganistin tätig (2019 Helsinki und Turku Orgelsommer, Festival Alte Musik Knechtsteden).
Seit über fünfzehn Jahren hat sie generationenübergreifende Familienkonzerte von Oratorien zusammen mit dem Regisseur und Filmemacher Daniel Acht konzipiert und aufgeführt. Die Vermittlung klassischer Musik gerade an die jüngere Generation ist ihr weiterhin ein Anliegen.

Silke Schwarz studierte Gesang und Musikpädagogik in Freiburg und absolvierte einen Master of Arts in Bildungswissenschaften (Heidelberg). Sie war als Opern-, Konzert und Liedsängerin auf zahlreichen Bühnen und internationalen Festivals in und außerhalb Europas zu Gast. Sie war Stipendiatin der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihre künstlerische Tätigkeit (u. a. „Gustav-Scheck-Preis“ der Commerzbank-Stiftung, Europäischer Kulturförderpreis, beim Belvedere-Wettbewerb in Wien). Als Coach, Trainerin und Hochschuldozentin arbeitet sie mit Musikern, Führungskräften, Sportlern und Pädagogen an den Themen Stimme, Auftritts- und Präsentationskompetenz, Mentale Stärke, Kommunikation und Kreativität. Wissenschaftlich beschäftigt sie sich mit den Themen Musik, Bewegung & Sprache, mentale Stärke sowie dem Opus 42 von Robert Schumann und veröffentlichte Bücher und Artikel in Fachzeitschriften. Mit dem Verein KinderMusikTheater Heidelberg (KiMuTH) engagiert sie sich in der Musiktheatervermittlung für Kinder.
Weitere Informationen sowie Publikationen unter:
www.silkeschwarz.de www.kimuth.de

Ort: Hospitalhof Stuttgart, Lechler-Saal

Reservierung unter Tel. 0711 22 10 12, Mail. kontakt@gesprochenes-wort.de oder unter www.reservix.de.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Hospitalhof Stuttgart.

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