Dienstag , 26. November 2019 | 19h00, Akademie für gesprochenes Wort

HegelLesekreis: Hegels Philosophie der schönen Kunst

HegelLesekreis: Hegels Philosophie der schönen Kunst

Kunst lügt nicht; sie stellt die Wahrheit dar. Mit dieser gewagten und zugleich imposanten Aussage prägt der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel unser Verständnis von Kunst bis zum heutigen Tag. Zugleich, so Hegel, habe der moderne Mensch aber das Bedürfnis verloren, sich die Wahrheit künstlerisch zu vergegenwärtigen: »Mögen wir die griechischen Götterbilder noch so vortrefflich finden und Gottvater, Christus, Maria noch so würdig und vollendet dargestellt sehen – es hilft nichts, unser Knie beugen wir doch nicht mehr.«

Was ist Kunst? Was ist Schönheit? Und welchen Stellenwert hat Kunst innerhalb einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft? Unter der fachkundigen Moderation vom jungen Wissenschaftler Panagiotis Koulaxidis, der an der Universität Stuttgart zu Hegels Kunstphilosophie forscht, werden wir uns lesend und denkend dem Werk widmen. Wir laden Sie ein, sich mit uns gemeinsam in entspannter Atmosphäre in einer philosophischen Perspektive mit Kunst zu beschäftigen. Ergänzt wird unsere Lektüre von ausgewählten Gedichten, Liedern und Texten, vorgetragen vom Ensemble der Akademie für gesprochenes Wort.

Wissenschaftliche Begleitung: Panagiotis Koulaxidis
Lesung: Ensemble der Akademie für gesprochenes Wort

Eintritt frei

Es sind keine Vorkenntnisse nötig.
Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Die Veranstaltung findet in 14-tägigem Rhythmus statt. Weitere Termine: 10.12.2019, 07.01.2020.

Liebe Interessierte,

mit regem Zuspruch konnten wir in die ersten beiden Sitzungen starten.
Es ist immer noch möglich dazuzukommen, denn wir haben uns Zeit gelassen, die Sprache Hegels und das philosophische Denken zu erfassen.

Grundlegend haben wir darüber gesprochen, was das Besondere an einer philosophischen Betrachtung eines Themas ist. Des Philosophen/der Philosophinnen Werkzeuge sind mindestens zwei:
1) Die Frage nach dem Wesen einer Sache; das WAS einer Sache.
2) Die Frage nach der Begründung eines Sachverhalts, der argumentative Aufbau, das WARUM sich etwas so und so verhält.
In den Vorlesungen über die Ästhetik widmet sich Hegel der Frage nach dem Wesen der Kunst, sprich: Was ist Kunst? Was ist eigentlich so besonders an diesen Dingen, die wir als Kunstwerke bezeichnen?
Seine Überlegungen spitzen sich auf die These zu, dass Kunst das Scheinen der Idee sei. Was damit gemeint ist und warum Hegel zu dieser These kommt, dieses zu erklären war das Ziel seiner Vorlesungen.

Beim nächsten Treffen werden wir mit dem Kapitel »Das Kunstwerk als für den Sinn des Menschen dem Sinnlichen entnommen« beginnen.

Was bisher geschah…

Nach einer Rechtfertigung, sich wissenschaftlich mit der Kunst zu beschäftigen
betrachtet Hegel das Phänomen der Kunst und grenzt sie ab zur ‚schönen Kunst‘ (damit schließt er rein handwerklich/technisch hergestellte Dinge aus) und zieht auch eine Grenze zum ‚Naturschönen‘. Die schöne Kunst stehe höher als das Naturschöne, denn sie ist ein aus dem Geiste geborenes Werk.
Um einen ersten Zugang zur Kunst zu erlangen, setzt Hegel bei den gewöhnlichen und alltäglichen Vorstellungen über die Kunst an.
Unser geläufiges Verständnis von Kunst beinhaltet drei Eigenschaften:
1) Kunstwerke sind Artefakte, d.h., nicht durch natürliche Prozesse entstanden, sondern durch menschliche Tätigkeit hervorgebracht.
2) Kunst ist für den Sinn des Menschen gemacht, d.h., für das sinnliche Erfahren und Wahrnehmen durch den Menschen.
3) Kunst ist sich selbst Zweck, d.h., sie folgt keinem höheren Nutzen, aber hat ein inhärentes Ziel.

Wie geht es weiter? – Kommen Sie dazu, wir freuen uns auf Sie.

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