Freitag , 26. Oktober 2018 | 19h30, Humboldt-Saal, Deutsches Literaturarchiv Marbach

Lesung mit Jan Philipp Reemtsma
›Dornen und Blumen‹ — Jean Pauls »Siebenkäs«

Prof. Dr. phil. Jan Philipp Reemtsma
Lesung mit Jan Philipp Reemtsma
(Foto: Daniel Reinhardt | © Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur)

Hindernisse und Widerstände in der Ehe des verträumten Firmian Stanislaus Siebenkäs und seiner naiven Frau Lenette sind das Thema in Jean Pauls Roman »Siebenkäs«, 1796/97 veröffentlicht unter dem Titel »Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel«. Dem Protagonisten Siebenkäs widerstrebt es, so zu leben wie seine Frau, und sie wiederum kann nicht wie er ihr Dasein gestalten. Die Schwierigkeiten beginnen schon vor der Heirat und führen weiter in den Ehealltag hinein. Durch einen Scheintod schließlich befreit Siebenkäs sich und seine Frau von den Fesseln des Bundes, um ein neues Leben mit der ihm wesensverwandten Natalie zu beginnen.

Jean Paul schuf mit seinem »Siebenkäs« einen frühen realistisch-psychologischen Eheroman und gleichzeitig einen der großen humoristischen Romane der deutschen Literatur. Sein Stil mit Sprüngen, Einschüben und Exkursen sowie das unvermittelte Aufeinanderprallen von Satirischem und Ergreifendem macht den Reiz der Geschichte aus.

Jan Philipp Reemtsma trägt bei der Lesung am 26. Oktober Ausschnitte aus dem 5. Kapitel des 2. Bandes vor. Seine Entscheidung begründet er selbst so: „Die Passage aus dem zweiten Bändchen des »Siebenkäs« ist eine der lustigsten und traurigsten Stellen in der Literatur. Sie eignet sich aus verschiedenen Gründen sehr gut zum Vorlesen, wie die Zuhörerin – der Zuhörer auch – bald merken wird.“

Prof. Dr. phil. Jan Philipp Reemtsma, geboren 1952, studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg, wo er auch heute vorwiegend lebt und arbeitet. Er ist Gründer und geschäftsführender Vorstand der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. 1984 gründete er zudem das Hamburger Institut für Sozialforschung, das er bis 2015 als Vorstand leitete. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Literatur des 18. und 20. Jahrhunderts, Zivilisationstheorie sowie Geschichte der menschlichen Destruktivität. Ihm wurden zahlreiche Preise und Ehrungen verliehen, u.a. der Lessing-Preis der Freien Hansestadt Hamburg 1997, die Ehrendoktorwürde der Universität Magdeburg 2007, der Schiller-Preis der Stadt Mannheim 2011 sowie der Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig 2015. Von 2012 bis 2015 war Reemtsma Honorarkonsul der Republik Slowenien in Hamburg und Schleswig-Holstein, von 2013 bis 2016 Mitglied im Wissenschaftsrat der Bundesrepublik Deutschland. Als Autor und Herausgeber veröffentlichte er zahlreiche Werke, darunter »Einige Hunde« (2017), »Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne« (2008/2013), »Schriften zur Literatur. In drei Bänden« (2015), »Über Arno Schmidt. Vermessungen eines poetischen Terrains« (2006) oder »Der Liebe Maskentanz. Aufsätze zum Werk Christoph Martin Wielands« (1999).

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