Dienstag , 23. Mai 2017 | 18h00, Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss

Geizig, prahlerisch, eitel – Die ›zeitlosen‹ Charaktere des Theophrast

Christian Winkle, Dagmar Claus

Der Schwätzer ist einer, der jeden, den er gerade trifft, anredet, und wenn dieser ihm etwas erwidert, sagt er, das sei nichts, und er wisse
alles, und wenn er ihn anhöre, werde er es erfahren.
(Theophrast)

Zeitlos scheinen die kurzen, meist unterhaltsamen und boshaft witzigen Charakterbilder des Theophrast in seinem kleinen Werk Charaktere. Ob er nun den Schwätzer, den Abergläubischen, den Feigling oder den Geizigen mit spitzer Feder beschreibt, wir erkennen auch heute noch so manchen unserer Zeitgenossen vortrefflich in seinem Werk beschrieben. Geboren 372/371 oder 371/370 v. Chr. auf der Insel Lesbos gehört Theophrast, der
Schüler und Nachfolger des Aristoteles war, zu den produktivsten und vielseitigsten Philosophen und Naturforschern der Antike. Seine Charaktere haben in der Geistes- und Literaturgeschichte eine breite Rezeption erfahren und sind nicht nur zeitlos, sondern auch historisch und kulturgeschichtlich interessant. Lassen Sie doch das hellenistische Athen mit all seinen Bewohnern und deren Schwächen farbenfroh vor unser Auge treten.

Christian Winkle ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Stuttgart. Sein Forschungsinteresse gilt der antiken Umweltgeschichte, der Sportgeschichte, der politischen Kultur, der Stimmforschung sowie der Geschichte Italiens und der römischen Republik. Seine Dissertation ist dem Forschungsfeld der Umweltgeschichte zuzuordnen und beschäftigt sich mit der Wahrnehmung und dem Umgang mit Wetter und Klima in römischer Zeit.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Historischen Institut der Universität Stuttgart und dem Landesmuseum Württemberg.

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