FREITAG, 10. OKTOBER, ca. 11h00 bis 16h00, Fußgängerzone

Textbox – Slam Poetry und Live-Literatur

Die Textbox ist eine Bühne der besonderen Art. Jeder Passant ist herzlich eingeladen, sich einen Kopfhörer zu nehmen und der Live-Literatur, der Slam Poetry und den Wortspielen zu lauschen. Die Textbox war bereits im Centre Pompidou, in der Neuen Nationalgalerie und auf der Buchmesse Peking zu Gast.

Die Textbox ist eine schalldichte Kabine, in der Poeten und Musiker ihre Texte am Mikrophon live vortragen. – Monitore im Hintergrund zeigen Videos oder Übersetzungen dazu. Per Kopfhörer kann das außenstehende Publikum den Wortspielen und Sprachkaskaden in Studioqualität lauschen. – Durch das Plexiglas getrennt entsteht eine Direktheit und Intensität, die man bei Lesungen selten erlebt. Ziel der Textbox ist es, für Live-Literatur eine professionelle und adäquate Kommunikatiosplattform zu bieten. Sie schafft eine stille Zuhör-Situation inmitten der wilden Atmosphäre einer Buchmesse oder einer Museumsnacht.

Am Mikrofon der Textbox wird der Erfinder selbst stehen. Bas Böttcher gilt als Poetry-Slam-Klassiker. Außerdem wird der Beat-Boxer und Dichter Dalibor Markovic in der Textbox zu hören sein. In kurzweiligen Sinn-, Klang- und Wort-Arrangements lassen sie spielerisch Welten entstehen und wieder verschwinden. Perlende Aussage-Arpeggien wechseln sich mit kantablen Sprach-Arien und veritablen Rap-Recitals ab. Für die Textbox versprechen die Sprachkünstler ein Poesie-Ereignis zwischen Wortspiel und Ernsthaftigkeit. Form, Format und Formulierung greifen ineinander und nehmen das Publikum mit auf eine Reise zu neuen lyrischen Ufern.

Bisherige Stationen der Textbox: Buchmesse Peking, Centre Pompidou (Paris), Casa Encendida (Madrid), Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Abu Dhabi Bookfair, Bangkok Bookfair, Frankfurt, Leipzig, Basel, Tapeh, u.a.

www.textbox.biz


Bas Böttcher wurde 1974 in Bremen geboren und lebt seit 2000 in Berlin. Er studierte am Bauhaus in Weimar Mediengestaltung.
Bas Böttcher zählt zu den Mitbegründern der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Seine Texte gelten als Klassiker der zeitgenössischen Bühnenlyrik. Die Verschmelzung von Klang, Rhythmus und Sinn machen den Zauber und die Vieldeutigkeit seiner Stücke aus. Sie erscheinen in Schulbüchern und wichtigen Sammlungen deutscher Dichtung (Der Neue Conrady, Lyrikstimmen u.a.). Er veröffentlichte zusammen mit Wolf Hogekamp 2005 die erste Poetry Clip DVD (Voland & Quist/Lingua Video). Im Verlag Voland & Quist publizierte er außerdem die Gedichtbände „Dies ist kein Konzert“ (2006), „Neonomade“ (2009) und „Vorübergehende Schönheit“ (2012).
Auftritte bestritt Bas Böttcher u.a. an der Bibliothèque Nationale de France (Paris), an der University of Berkeley (San Francisco), in der Neuen Nationalgalerie (Berlin), im Schloss Bellevue (Berlin), im Kulturpalast (Warschau) und auf der Buchmesse in Peking (2007).
Bas Böttcher ist Erfinder verschiedener Medienformate für Lyrik. Er entwickelte den elektronischen Hypertext „Looppool“ als neue Ausdrucksform im Internet (Sonderpreis 1998 von Die ZEIT, ARDOnline und IBM), den „Poetry Clip“ als audiovisuelles Format und die Textbox für live Performances. Die Textbox wurde im Rahmen des Woerdz-Festivals (Luzern) im Centre Pompidou (Paris) und auf vielen Buchmessen, von Taipeh über Neu Dheli und Abu Dhabi bis Sao Paulo, weltweit ausgestellt.

Dalibor Markovic, als kleiner Junge schon die Fähigkeit entdeckt, Rhythmen mit Mund und Zunge nachzuahmen. Neudeutsch Beatbox. Mit Anfang zwanzig dann Texter und Sprecher in einem Musikprojekt. Modern übersetzt heißt das Rappen auf Beats. Mitte zwanzig dann die ersten Ausflüge ohne musikalische Untermalung. Auf kleinen Bühnen. Deutschlandweit. Stichwort Poetry Slam. Daraufhin Bruch mit der Musik und nur noch Beschäftigung mit Text und Vortrag für Bühnen. Amerikanisch ausgedrückt ist das Spoken Word. Die Liebe zur Musik ist weiterhin in kleinen Dosen mittels Beatbox aber auch durch die rhythmisierte Art und Weise des Sprechens repräsentiert. Der Stil wird außerdem auch durch die Verwendung von filmischen Mitteln und dialogischen Sequenzen mit imaginären Partnern ergänzt. Sogenannte Solologe. Inhaltlich gibt es keine klare Linie. Es ist eher ein Scharren mit Fuß und Hand im Bodensatz der Gesellschaft. Dabei bleibt mitunter ein klein wenig Schmutz im Schuh oder unter dem Fingernagel. Dieser Schmutz wird eingehend untersucht. Aber nicht ganz ohne Humor.

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