Donnerstag, 9. Oktober, 19h30, Akademie für gesprochenes Wort

Donnerstag, 9. Oktober, 19h30, Akademie für gesprochenes Wort
(Foto: Michael Wissing BFF)
Gerd Heinz (Foto: Michael Wissing BFF)

„Der Sänger als Schauspieler: Darstellendes Spiel auf der Opernbühne”
Der Regisseur, Schauspieler und Autor Gerd Heinz im Gespräch mit Sergio Morabito, Chefdramaturg der Oper Stuttgart (Moderation: Prof. Franziska Kötz)

Wer heute als Sänger überzeugen will, muss mehr vorweisen können als nur eine gute Stimme. Opernstars wie Jonas Kaufmann, Anna Netrebko oder Rolando Villazón werden auch deshalb so verehrt, weil sie hervorragende Schauspieler sind und ihre Rollen glaubhaft verkörpern können. Zwar wird an den Musikhochschulen zunehmend auch szenischer Unterricht für Sänger erteilt, doch oft nicht in ausreichendem Maße. Wie man sich von stereotypen Handlungsmustern entfernen und sein eigenes, authentisches Spiel finden kann, zeigt Gerd Heinz in seiner jüngsten Publikation „Der Sänger als Schauspieler: Darstellendes Spiel auf der Opernbühne”. In seinen Ausführungen bezieht Gerd Heinz, der u. a. über langjährige Erfahrung als Schauspieldozent für Opernsänger verfügt, ausdrücklich die Ebene »Musik« mit ein und hebt somit die Differenz zur Schauspielausbildung hervor. Im Gespräch mit Gerd Heinz und Sergio Morabito wird den Fragen nach Anspruch und Wirklichkeit von Praxis und Studium in Oper und Musiktheater nachgegangen werden.

Eintritt 10 €, ermäßigt 8 €, Anmeldung telefonisch unter 0711 . 22 10 12, per Mail an kontakt@gesprochenes-wort.de oder an der Abendkasse


*Gerd Heinz*geboren 1940 in Aachen. Nach dem Abitur Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Köln; parallel Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur, erste Rollen in Fernsehen und Theater. Dann, ab 1962, in Doppelfunktion als Regisseur und Schauspieler über die Theater Aachen, Kiel, Essen, Schauspielhaus Hamburg, Schauspielhaus Bochum 1970 an das Staatstheater Darmstadt; dort Schauspieldirektor und Stellvertretender Intendant bis 1973. Ab da nur noch gelegentlich als Schauspieler tätig, selten am Theater, vorwiegend im Film und Fernsehen. Ab 1973 Hausregisseur am Thalia Theater Hamburg (Boy Gobert). Gastinszenierungen am Theater Bonn, bei den Hersfelder Festspielen, am Wiener Burgtheater und am Wiener Volkstheater. Gelegentliche Arbeiten am Musiktheater (Krefeld, Hamburg, Zürich). Ab 1978 regelmäßige Arbeiten am Züricher Schauspielhaus, 1980 bis 1982 Hausregisseur, 1982 bis 1989 Intendant dieser Bühne. Ab 1989 starke Hinwendung zum Musiktheater, Arbeiten in Darmstadt, Düsseldorf, Hannover, Essen, Dresden, Madrid, Bern u.a., aber auch noch regelmäßige Schauspielinszenierungen am Staatstheater Hannover (1990 bis 1993) und am Münchner Residenztheater (1993 bis 2000). Von 1993 bis 1997 Leitender Regisseur des Musiktheaters und Mitglied der Operndirektion an den Städtischen Bühnen Freiburg. Von 1997 bis 2008 Professor an der Hochschule für Musik, Freiburg. Seit 2009 wieder freier Regisseur für Musiktheater und Schauspiel.
www.gerd-heinz.de


Sergio Morabito geboren in Frankfurt/Main, übernahm bereits während des Studiums der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen Regie- und Dramaturgie-Hospitanzen und Assistenzen an der Oper Frankfurt, u.a. beim Frankfurter Ring unter Gielen/Berghaus/Manthey/Zehelein. An der Oper Stuttgart inszenierte er mit Jossi Wieler u.a. L’italiana in Algeri, Alcina, L´incoronazione di Poppea, Siegfried, Norma, Moses und Aron, La Juive sowie Katja Kabanova. Ihre Inszenierung von Ariadne auf Naxos bei den Salzburger Festspielen 2001 wurde zur „Aufführung des Jahres“ gekürt. In San Francisco und Stuttgart inszenierten sie Doktor Faust, die 2005 als „Aufführung des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Ihre Stuttgarter Alceste erhielt diese Auszeichnung 2006 und ihre Stuttgarter Nachtwandlerin 2012. Sergio Morabito leitete Neueinstudierungen der Stuttgarter Norma 2005 an der Novaya Opera in Moskau und 2014 am Teatro Massino Palermo. Die für die Staatsoper Hannover erarbeitete Debussy-Oper Pelléas et Mélisande gastierte bei den Wiener Festwochen und beim Edinburgh International Festival und wurde ins Repertoire der Oper Stuttgart übernommen. An der Nederlandse Opera Amsterdam zeigten Wieler und Morabito Mozarts Lucio Silla und einen Mozart/Da Ponte-Zyklus. Für die Salzburger Festspiele 2008 erarbeiteten sie Dvořáks Rusalka, eine Inszenierung, die 2012 vom Royal Opera House Covent Garden übernommen wurde. Wieler und Morabito wurden 2002 und 2012 zum „Regieteam des Jahres“ gewählt und erhielten 2006 und 2012 den Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die Inszenierungen von Busonis Doktor Faust und des Schönberg/Janáček-Doppelabends Die glückliche Hand/Schicksal (Osud). Morabito publizierte zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften, Sammelbänden und Programmheften, lehrte an theater- und literaturwissenschaftlichen Studiengängen der Universitäten Frankfurt, Leipzig und Stuttgart und ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. 2011 veröffentlichte er gemeinsam mit Wieler und dem Fotokünstler A. T. Schaefer das „Bilder-Lese-Buch“ OPER. Seit 2011/12 ist er Chefdramaturg im Leitungsteam der Oper Stuttgart. Zusammen mit Jossi Wieler hat Sergio Morabito außerdem bei Denisovs Der Schaum der Tage, Strauss‘ Ariadne auf Naxos, Wagners Tristan und Isolde sowie bei der Uraufführung von Mark Andres wunderzaichen Regie geführt. In der Spielzeit 2014/15 folgen die Neuproduktionen von Niccolò Jommellis Berenike, Königin von Ägypten sowie Verdis Rigoletto.


Franziska Kötz ist seit 2007 Leiterin der Schauspielschule an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und Intendantin des Wilhelma Theaters.

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