Gabriela Petrovic

Der Gesang im Islam. Gesangsmethoden und Stimmentwicklung bei den Muslimen in Bosnien und Herzegowina

Der Gesang im Islam. Gesangsmethoden und Stimmentwicklung bei den Muslimen in Bosnien und Herzegowina
Foto: Privat

Donnerstag, 29. September 2016, 17h30 – 18h30

Menschen im Islam, die gerne musizieren, genauer gesagt, der Gesang im Islam ist Gegenstand dieses Vortrags. Am Beispiel eines muslimischen Chors aus Tuzla, Bosnien und Herzegowina (Muslimisches Internat (Medresa) für Mädchen und Jungen) zeigt die Studie »Musik und Islam: Vokalmusik am Beispiel der Muslime in Bosnien und Herzegowina«, was das Singen für Frauen und Männer bedeutet und welche Rolle die Frau dabei einnimmt. Im Fokus stehen die Form des Gesangs, die Darstellung der Teilnehmerinnen, aber auch die Quellen dieser Musik (Harmonik, Melodie, Geschichte, sozialpolitischer Aspekt, usw.). Was sind und welche Bedeutung haben »Ilahija« und »Kasida«? Wie sieht das Verhältnis zwischen den Frauen und den Männern aus, die »Ilahija« und »Kasida« singen? Gibt es in dieser (musikalischen) Struktur eine Überordnung oder Unterordnung?

Im Vordergrund stehen die Fragen, ob es Raum für neue Musikformen gibt, ob neue Musikformen im Islam überhaupt erlaubt sind und ob es möglich ist, sich musikalisch »anders« zu äußern. Was passiert eigentlich auf der philosophischen und psychologischen Ebene, wenn eine Frau »singen darf«? Wie frei, offen und unbegrenzt ist ihr musikalisches Empfinden?

In Gesprächen mit Professoren vor Ort wurde der Unterschied zwischen Muslimen aus dem europäischen und dem nicht-europäischen Raum erörtert und es wurden der chorische und musikalische Unterricht sowie die Regeln und Traditionen in der muslimischen Pädagogik diskutiert.

Gabriela Petrovic ist eine kroatische Musikwissenschaftlerin, geboren 1983 in Tuzla, Bosnien und Herzegowina. Sie lebt seit 2002 in Wien. Neben dem Doktoratstudium an der Universität Wien ist sie Mitarbeiterin im Haus der Musik Wien. 2016 hat Petrovic Vorträge in Dublin, Oxford, Aberdeen und Bern gehalten. Ihre Schwerpunkte in der Forschung sind: Wiener Klassik, Musik des 19. Jahrhunderts sowie Ethnomusikologie.