Stefanie Lorsch

Stimmen sichtbar machen: Metaphern zur Beschreibung der Stimme

Samstag, 1. Oktober 2016, 16h30 – 17h30

Eine Stimme, ihre Farbe und Beschaffenheit genau zu beschreiben, ist eine äußerst komplexe Aufgabe für Journalisten, Autoren und Redakteure. Musikkritiker haben im Laufe der Jahrzehnte ein ganzes Arsenal an starken, zum Teil extravaganten Metaphern erschaffen, um Sing- und Sprechstimmen zu charakterisieren. Dabei geht es bei der metaphorischen Beschreibung der Stimme nicht nur darum, eine »unmögliche wörtliche Definition (…) durch eine metaphorische aufzuheben« (Ricœur, 1986), oder um gekürzte Vergleiche (Goodman, 1973), sondern darum, Stimmen jeweils neu und pointiert als das bisher »Unerhörte« herauszustellen oder zu kritisieren und neue Sichtweisen und Emotionen zu schaffen.

Im Vortrag soll anhand ausgewählter Beispiele gezeigt werden, welche Bilder dabei ins Spiel gebracht werden und wie diese Bilder aufgegriffen werden, wie an sie angeschlossen wird und wie dadurch unterschiedliche Stimmoden und Lebensphilosophien generiert werden. Ziel ist es, zu zeigen, dass die Verwendung bestimmter Metaphern nicht nur der anschaulicheren Beschreibung dient, sondern auch Rückschlüsse auf den Publikationsort, die Publikationszeit und die damit verbundene Positionierung in der Gesellschaft zulässt.

Stefanie Lorsch, geboren 1984 in Pforzheim, ab dem Wintersemester 2004/2005 Studium der Germanistik und Romanistik in Karlsruhe und Tübingen, 2007/2008 als Stipendiatin des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) in Irún (Spanien, Baskenland), Erstes Staatsexamen im Wintersemester 2011/2012. Zweites Staatsexamen 2013. Ab 2013 Studienrätin an der Justus-von-Liebig-Schule in Aalen und freie Promotion über die »Entwicklung von Mythen und metaphorischen Beschreibungen der menschlichen Stimme« an der Universität Mannheim (Betreuerin: Prof. Beate Henn-Memmesheimer).