Rückblick: Deutsch-Italienische Tagung

Künstleridentitäten und Kunstbegriffe zwischen Italien und Deutschland

Künstleridentitäten und Kunstbegriffe zwischen Italien und Deutschland
Die Tagung fand vom 23. bis 25. April 2015 in der Akademie für gesprochenes Wort statt.

Künstleridentitäten entwickeln sich in der Auseinandersetzung mit Vorbildern. Für die deutschen Vorstellungen vom Künstler war Italien von bedeutendem Einfluss, vor allem durch die italienischen Renaissancekünstler, die in Deutschland durch die Vite von Giorgio Vasari bekannt wurden. Dieser bislang als unilateral betrachteten Einflussnahme soll eine neue Perspektive gegeben werden, die das Verhältnis von Vorbild (Italien) und Nachbildung (Deutschland) als bilaterales herausarbeitet und so einen Dialog zwischen den beiden Ländern freilegt. Das Hauptaugenmerk der porträtartig angelegten Tagungsstruktur liegt dabei auf den innerhalb dieses Dialogs identifizierbaren Vorbildern. Künstleridentitäten entwickeln sich immer in der Auseinandersetzung mit Vorbildern, und mit dieser Auseinandersetzung ist unweigerlich die Frage verbunden: Warum nimmt wer wen als Vorbild? Welcher Aspekt ist hier wichtig?

Dabei wird der Künstler nicht nur als Person begriffen, die sich in einem komplexer werdenden Gesellschaftssystem verorten muss, sondern als Kommunikationsmedium innerhalb eines Dialoges, der im Austausch überhaupt erst Identität zu erschaffen vermag.

Nicht zuletzt wird die These vertreten, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch auf diesem Gebiet ein Paradigmenwechsel stattfindet, der die bislang eher latente Bilateralität der deutsch-italienischen Künstlerbeziehungen deutlich zutage treten lässt.

Eine Veranstaltung des Italienzentrums am IZKT in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut und der Akademie für gesprochenes Wort Stuttgart, in Verbindung mit dem Theaterhaus Stuttgart.