Dienstag , 07. November 2017 | 18h00, Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss

Von den Schwierigkeiten, den römischen Kaiser zu loben. Dion von Prusa und der jüngere Plinius und ihre Lobreden auf Trajan im Jahr 100 n.Chr.

Jonas Scherr, Ulrike Möller

»Man erkenne an unseren Reden die Verschiedenheit der Zeiten, und man erkenne aus der Art unserer Danksagung, wem und zu welcher Zeit wir sie hielten« (Plinius, Panegyricus 2,3)

Zwei Jahre dauerte es, bis der von Nerva adoptierte Trajan den Weg nach Rom fand, um sich dort als neuer Kaiser dem Senat und Volk zu präsentieren. Im Jahr von dessen Ankunft in der Hauptstadt hielten sowohl der gefeierte griechische Redner und Philosoph Dion von Prusa als auch der jüngere Plinius, Politiker, Starredner und Anwalt in Rom, etwa im Abstand eines halben Jahres Lobreden auf den neuen Herrscher. Die beiden sorgsam ausgearbeiteten Texte vermitteln einen anschaulichen Eindruck von der Gattung des Herrscherslobs und von den unterschiedlichen Bildungstraditionen und Auffassungen darüber, wie ein Redner den Herrscher anzusprechen, zu preisen und zu beraten habe.

Jonas Scherr ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Stuttgart. Seine Forschungsinteressen gelten der römisch-lateinischen und griechischen Geistes- und Literaturgeschichte, den ‚Randbereichen‘ der antiken Mittelmeerwelt sowie – in methodischer Hinsicht – der Epigraphik.