Dienstag , 06. Februar 2018 | 18h00, Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss

Dubiose Finanzierung: Das Bauprojekt »Akropolis von Athen«

Rudolf Guckelsberger, Prof. Dr. Holger Sonnabend
Dubiose Finanzierung: Das Bauprojekt »Akropolis von Athen«

So stiegen die Bauten empor in stolzer Größe, in unnachahmlicher Schönheit der Form (Plutarch)

Mit ihren berühmten Bauten ist die Akropolis von Athen bis heute Gegenstand allgemeiner Bewunderung. In Scharen strömen die Besucher auf den Burgberg der antiken Metropole, um die Propyläen, den Parthenon, das Erechtheion und den Nike-Tempel zu bestaunen. Hier scheint die Antike den Höhepunkt künstlerischen Ausdrucks erreicht zu haben. Jedoch kostete das Projekt Unsummen von Geld. Perikles, im 5. Jahrhundert v. Chr. einflussreichster Politiker in Athen und treibende Kraft bei dem ehrgeizigen Unternehmen, ging bei der Finanzierung – vorsichtig formuliert – ungewöhnliche Wege, die bei den Zeitgenossen zu heftigen Debatten und Kontroversen führten. Zentrale Quelle ist die Perikles-Biographie des Plutarch, der zu den wichtigsten antiken Schriftstellern gehört und eine lebendige Darstellung von jenem gigantischen Bauprogramm und seinen Nebenwirkungen liefert. Sie will so gar nicht zu dem tradierten Bild von »edler Einfalt und stiller Größe« passen, das im 18. Jahrhundert von dem Archäologen und Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann entworfen wurde – hat aber den großen Vorteil, die Wirklichkeit und nicht das Ideal widerzuspiegeln.

Holger Sonnabend lehrt Alte Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u.a. die Historische Geographie und Umweltgeschichte der Antike sowie die antike Biographie und Historiographie. Er veröffentlichte 2016 die »klug und eingängig geschriebene« (FAZ) Monographie Nero: Inszenierung der Macht und 2017 die Illustrierte Geschichte der Antike.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Historischen Institut der Universität Stuttgart und dem Landesmuseum Württemberg.