Samstag , 09. Juni 2018 | 16h00, Akademie für gesprochenes Wort, Haußmannstr. 22, 70188 Stuttgart (2.OG / Ungarisches Kulturinstitut)

Parlament des Augenblicks
Hölderlin Symposium - Ein Gastmahl

Parlament des Augenblicks

Mit Harald Bergmann (Filmemacher), Dr. Reinhart Horowski (Arzt / Pharmakologe), Hans Kremer (Schauspieler), Isabelle Krötsch (Künstlerin und Moderatorin), Prof. Angelika Luz (Sängerin), Dr. Pravu Mazumdar (Philosoph und Autor), Katrin Schafitel (Tänzerin), Stefan Schreiber (Pianist und Dirigent), Prof. Dr. Harald Seubert (Philosoph) und Prof. Dr. Jürgen Wertheimer (Germanist und Moderator)

Es ist fast nicht möglich, unverhüllt die schmutzige Wirklichkeit zu sehen, ohne selbst darüber zu erkranken. […] was das Allgemeine betrifft, so hab’ ich Einen Trost; daß nämlich jede Gärung und Auflösung entweder zur Vernichtung oder zu neuer Organisation notwendig führen muß. Aber Vernichtung gibt’s nicht, also muß die Jugend der Welt aus unserer Verwesung wiederkehren. […] Ich glaube an eine zukünftige Revolution der Gesinnungen und Vorstellungsarten, die alles bisherige schamrot machen wird.
Brief an Johann Ebel in Paris, 10. Januar 1797

Zu Beginn des vorwiegend materialistischen Zeitalters, in dem die Wissenschaften alles nicht beweisbare kritisch hinterfragen und ausgrenzen und die Moderne in Form der Früh-Industrialisierung ihre langen Schatten auf die Welt warf, Irrenanstalten erfunden wurden, um eine Trennlinie zwischen der Norm und der Verrückung zu ziehen, das Schulsystem entwickelt wurde, um die künftigen Generationen zu folgsamen und funktionierenden Bürge®n der imperialistischen Gesellschaft Mitteleuropas zu machen, kann ein Mensch, der „Eines zu sein mit Allem, was lebt” proklamiert und „Ach! wär ich nie in eure Schulen gegangen. Die Wissenschaft, der ich in den Schacht hinunter folgte, von der ich, jugendlich töricht, die Bestätigung meiner reinen Freude erwartete, die hat mir alles verdorben.” – nur anecken.
In einer transdisziplinären Werk- und Begegnungsstätte wagen wir in Angedenk Friedrich Hölderlins mittels der Schöngeistigkeit und in einem respektvollen Neben- und Miteinander unterschiedlichster Perspektiven die Kluften zwischen Wissenschaften, Kunst und Spiritualität zu überbrücken, indem essentielle Fragen neu gestellt, diese Texte unter dem Gesichtspunkt der Ganzheitlichkeit neu gelesen und gefeiert werden.

In einem convivialen Rahmen mit begrenzter Teilnehmerzahl werden Zuschauer und Gäste Gedanken, Brot und Wein teilen. Aus dem interaktiven Austausch entfaltet sich ein Tischgespräch, aus dem Symposium ein Gastmahl, in dem das geistig Getauschte ins gemeinsame »Brot Brechen« gebettet wird.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Diese Veranstaltung ist Teil der Hölderlin-Tage vom 3. bis 10. Juni 2018.