Dienstag , 12. Juni 2018 | 18h00, Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss

Hieron II. – Ein Bürger wird Tyrann, dann König von Syrakus

Prof. Dr. Peter Scholz

Hieron gewann aus eigener Kraft die Herrschaft über die Syrakusaner, ohne über Reichtum, Ansehen oder einen anderen Vorzug zu verfügen. […] In einer 54 Jahre währenden Regierung bewahrte er seiner Vaterstadt den Frieden, behauptete seine Herrschaft […] und kannte keinen anderen Ehrgeiz, als ein Wohltäter der Griechen aufzutreten (Polybios, Historien 7,8)

Anhand ausgewählter Passagen aus verschiedenen Werken antiker Autoren wird der Lebensweg des Herrschers über Syrakus im 3. Jh. v. Chr. nachgezeichnet: Aus einer unbekannten syrakusanischen Familie stammend zeichnete sich Hieron zunächst als Söldnerführer im Heer des Pyrrhos aus, bevor er sich die Alleinherrschaft über seine Heimatstadt aneignete. Zum König erhoben, regierte er 54 Jahre und schützte den Südosten der „Kornkammer“ Sizilien vor den Karthagern. Dabei erwies er sich bis in den zweiten Punischen Krieg hinein als ein hellenistischer Herrscher, der ungewöhnlich loyal zu Rom stand, von außenpolitischen Abenteuern absah und seinen Reichtum klug zur Festigung seiner Herrschaft im Inneren einsetzte.

Professor Dr. Peter Scholz hat den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Stuttgart inne. Seine Forschungsinteressen gelten der griechischen Sozial- und Kulturgeschichte, insbesondere der hellenistischen Zeit, der römischen Republik, der antiken politischen Theorie sowie der Kindheit, Jugend, Erziehung und Bildung in der Antike.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Historischen Institut der Universität Stuttgart und dem Landesmuseum Württemberg.

Erfahren Sie hier mehr über die Veranstaltungsreihe »Gesprochene Antike«.