Gesprochene Antike

Altertums-Wissenschaftler präsentieren die Macht des Wortes und der Rede – große klassische Werke und Autoren, wie auch weniger bekannte Texte zu unterschiedlichen Themen aus der griechischen und römischen Antike. Mitglieder des Sprecherensembles stellen ausgewählte Texte in einer Lesung vor.

Die seit 2012 bestehende Reihe »Gesprochene Antike« ist eine Kooperation der Abteilung Alte Geschichte des Historischen Instituts der Universität Stuttgart und der Akademie für gesprochenes Wort, seit 2015 wird sie auch durch das Landesmuseum Württemberg unterstützt. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

Rückblick

2015

Die Gefahren Roms, magische Grenzwälle oder Zauber der Architektur? Entdecken Sie mit uns die antike Metropole, deren einstige Schönheit und deren Gefahren und verfolgen Sie den Weg der Erforschung des Limes anhand von Aussagen historischer Zeitzeugen wie Theodor Mommsen. Mitglieder des Sprecherensembles der Akademie für gesprochenes Wort begleiten die Vorträge mit Lesungen aus den Originaltexten.

»Herrsche über alles …« (Ovid Fasti 4,859) – das Lob der ewigen Stadt

»Wenn jemand auf die Stadt selbst und auf ihre Grenzen blickt, so wundert er sich nicht mehr, dass der gesamte Erdkreis von einer so großen Stadt beherrscht wird.« (Aelius Aristeides, Romrede 9)

In ausgewählten Texten wird die Schönheit und Größe Roms vorgestellt, wie sie von verschiedenen antiken Besuchern der Stadt als Zentrum der damaligen Welt geschildert und beschworen wurde. Dabei kommen nicht nur der Lobpreis herausragender Plätze und Bauten, sondern auch der Verweis auf den imperialen Auftrag sowie die Erinnerung an große politische Leistungen und historische Persönlichkeiten Roms zum Vortrag.

Prof. Dr. Peter Scholz hat den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Stuttgart inne. Seine Forschungsinteressen gelten der griechischen Sozial- und Kulturgeschichte, insbesondere der hellenistischen Zeit, der römischen Republik, der antiken politischen Theorie sowie der Kindheit, Jugend, Erziehung und Bildung in der Antike.

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 24. März 2015, 18.00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

Teufelsmauer und Heidengraben – von der Entdeckung des römischen Südwesten

»Folgenschwer für die Urgeschichte unseres Vaterlandes (…)« (Theodor Mommsen)

Die Forschungsgeschichte des römischen Limes ist genauso spannend wie die Geschichte des Limes selbst. Im Mittelalter spukte die Vorstellung von übernatürlichen Mächten, die bei diesem Grenzwall am Werk gewesen seien, in den Köpfen der Menschen herum. Mit der Reichsgründung 1871 begann die systematische Erforschung von Grenze und Grenzanlagen. Dahinter stand der Wunsch, den Deutschen eine möglichst weit zurückreichende, identitätsstiftende Vergangenheit mit den Römern als Vorzeigeobjekten zu verschaffen. 1892 nahm unter Federführung von Theodor Mommsen die Reichslimeskommission ihre Arbeit auf, die sich, in der Mehrzahl mit aktiven und pensionierten Militärs besetzt, vor allem für die militärische Funktion des Limes interessierte. Viele Dokumente vermitteln einen lebendigen Eindruck von jener Zeit, als die Forschungen zum Limes noch in den Kinderschuhen steckten, jedoch auch bereits zu zukunftsweisenden Ergebnissen führten.

Prof. Dr. Holger Sonnabend lehrt Alte Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u.a. die Historische Geographie und Umweltgeschichte der Antike sowie die antike Biographie und Historiographie. Zum Thema veröffentlichte er 2012 »Unter der Herrschaft der Caesaren: Schwabens römische Vergangenheit«.

Der Vertrag fand am 3. Februar 2015, 18.00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

»Von den tausend grausamen Gefahren Roms« oder warum man Rom meiden sollte

»Dort (auf dem Lande) sollte man leben, wo es keine Brände gibt, keine Angst in der Nacht.« (Iuvenal 3,197 f.)

Das antike Rom war nicht nur der politische und kulturelle Mittelpunkt und somit auch Referenzpunkt für alles städtische Leben in der römischen Kaiserzeit. Die Stadt barg auch mancherlei Gefahren und Katastrophen. Brände, Überschwemmungen, Lärm, Verkehrschaos und Raub machten das Leben vor allem der ärmeren Bürger gefährlich. Die gelesenen Texte legen Zeugnis von den Gefahren ab, die das Leben in einer Metropole wie Rom mit sich brachte, und werfen damit auf ernste und satirische Art ein Licht auf die Sorgen des antiken Großstädters.

Christian Winkle ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Stuttgart. Sein Forschungsinteresse gilt der Geschichte Italiens und der römischen Republik, der antiken Umweltgeschichte und Historischen Geographie, der politischen Kultur und Rhetorik der römischen Republik und Kaiserzeit sowie der Sportgeschichte.

_Der Vortrag fand am 13. Januar 2015, 18.00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.