Gesprochene Antike

Altertums-Wissenschaftler präsentieren die Macht des Wortes und der Rede – große klassische Werke und Autoren, wie auch weniger bekannte Texte zu unterschiedlichen Themen aus der griechischen und römischen Antike. Mitglieder des Sprecherensembles stellen ausgewählte Texte in einer Lesung vor.

Die seit 2012 bestehende Reihe »Gesprochene Antike« ist eine Kooperation der Abteilung Alte Geschichte des Historischen Instituts der Universität Stuttgart und der Akademie für gesprochenes Wort, seit 2015 wird sie auch durch das Landesmuseum Württemberg unterstützt. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

Rückblick 2017

Aristoteles und Alexander der Große. Der Philosoph und der junge König

»Anfangs bewunderte Alexander den Aristoteles und liebte ihn nach seinen eigenen Worten nicht weniger als seinen Vater, denn durch den einen lebe er, durch den anderen aber lebe er auf die rechte Weise. Später aber hatte er nicht mehr das rechte Vertrauen zu ihm.« (Plutarch, Alexander 8)

War Aristoteles tatsächlich der Lehrmeister Alexanders? Inwieweit wurde der junge Makedonenherrscher von den Gedanken des großen Philosophen geprägt? Wie gestaltete sich das Verhältnis der beiden angesichts der sagenhaften Eroberungen des Königs? Diese und weitere Fragen erörtert Peter Scholz anhand verschiedener Textpassagen aus den Schriften des Aristoteles, des kaiserzeitlichen Biographen Plutarch und anderer antiker Autoren.

Vortrag: Prof. Dr. Peter Scholz

Lesung: Frank Streichfuss

Geizig, prahlerisch, eitel - Die ›zeitlosen‹ Charaktere des Theophrast

»Der Schwätzer ist einer, der jeden, den er gerade trifft, anredet, und wenn dieser ihm etwas erwidert, sagt er, das sei nichts, und er wisse alles, und wenn er ihn anhöre, werde er es erfahren.« (Theophrast)

Zeitlos scheinen die kurzen, meist unterhaltsamen und boshaft witzigen Charakterbilder des Theophrast in seinem kleinen Werk Charaktere. Ob er nun den Schwätzer, den Abergläubischen, den Feigling oder den Geizigen mit spitzer Feder beschreibt, wir erkennen auch heute noch so manchen unserer Zeitgenossen vortrefflich in seinem Werk beschrieben. Geboren 372/371 oder 371/370 v. Chr. auf der Insel Lesbos gehört Theophrast, der Schüler und Nachfolger des Aristoteles war, zu den produktivsten und vielseitigsten Philosophen und Naturforschern der Antike. Seine Charaktere haben in der Geistes- und Literaturgeschichte eine breite Rezeption erfahren und sind nicht nur zeitlos, sondern auch historisch und kulturgeschichtlich interessant. Lassen Sie doch das hellenistische Athen mit all seinen Bewohnern und deren Schwächen farbenfroh vor unser Auge treten.

Vortrag: Christian Winkle

Lesung: Dagmar Claus

Kaiser Nero - Brandstifter und Christenverfolger?

»Dieses Unglück war gegenüber allem, was über unsere Stadt als Feuersbrunst hereingebrochen ist, schwerer und fürchterlicher« (Tacitus)

Seit der Antike heftet Nero, der das Römische Reich zwischen 54 und 68 n. Chr. regierte und dabei als grausamer Tyrann in die Geschichte eingegangen ist, das Etikett des Brandstifters und Christenverfolgers an. Nero, so heißt es, war sowohl für das verheerende Feuer verantwortlich, das im Sommer 64 große Teile der Hauptstadt Rom vernichtete, wie auch für die grausame Hinrichtung der Christen, denen der Kaiser die Schuld für die Katastrophe in die Schuhe schob. Inwieweit diese Darstellung der geschichtlichen Realität entspricht, ist die zentrale Frage, die in dieser Veranstaltung auf der Grundlage antiker Texte und moderner Forschungsthesen anschaulich und umfassend beantwortet wird.

Vortrag: Prof. Dr. Holger Sonnabend

Lesung: Rudolf Guckelsberger

Rückblick 2016

Ehrgeiz und Verschwendung brauchen eine Bühne - Luxus und Repräsentation in Rom

»Ehrgeiz und Verschwendung brauchen eine Bühne.« (Seneca)

Geradezu sprichwörtlich geworden ist die römische ›Dekadenz‹. Bereits in der Antike wurde der Dekadenzbegriff als Erklärungsmuster für gesellschaftlichen Niedergang ins Feld geführt. Die Dekadenz der Römer soll sogar am Untergang des römischen Reiches eine nicht unerhebliche Mitschuld getragen haben. Gleichzeitig war das, was wir oft als dekadent empfinden, Ausdruck eines urbanen Lebensstils, der für die römische Gesellschaft kennzeichnend war. Die oft überzeichneten Schilderungen wie bei Petronius verschleiern die eigentliche Funktion öffentlicher Zurschaustellung von Reichtum. Der Vortrag wirft anhand aussagekräftiger Quellen ein Licht darauf, welche Stellung Luxus in der römischen Antike hatte und welche Ausdrucksformen nachweisbar sind. Auch bereits in der Antike geäußerte Kritik am »süßen Leben« wird thematisiert.

Vortrag: Dr. Holger Dietrich ist Lehrer am Schulzentrum Rudersberg und Lehrbeauftragter für das Fach Alte Geschichte an der Universität Stuttgart. Seine Forschungsinteressen umfassen das frühe Christentum, die städtische Kultur der römischen Kaiserzeit sowie die römische Geschichte Südwestdeutschlands.

Lesung: Ulrike Möller hat an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart das Fach Sprechkunst und Kommunikationspädagogik studiert und ist Dipl. Sprecherzieherin. Sie ist Mitglied im Ensemble der Akademie für gesprochenes Wort und arbeitet darüber hinaus als Sprechpädagogin an verschiedenen Einrichtungen.

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 13. Dezember 2016, 18:00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

Ich, Claudius, Kaiser und Kürbis.

»Neben anderen Dingen haben sich die Menschen über seine Vergesslichkeit und seine Unüberlegtheit gewundert […]. So erkundigte er sich nach der Ermordung der Messalina, kurz nachdem er sich zu Tische gelegt hatte, warum seine Gattin nicht komme.« (Sueton)

Kaiser Claudius gehört sicherlich zu den meistgeschmähten Herrschern der antiken Welt. Ganz besonders seine intellektuellen Fähigkeiten werden in den literarischen Quellen regelmäßig angezweifelt. In diesem Vortrag soll solchen Negativurteilen über Claudius nachgegangen werden, wobei vor allem Senecas satirisch-boshafter Nachruf – die »Apocolocyntosis« (dt. »Verkürbissung«) – im Mittelpunkt stehen wird. Anhand inschriftlich überlieferter Texte, die aus Claudius eigener Feder stammen dürften, wird schließlich zu zeigen sein, dass und inwieweit die harten Urteile über diesen ›kaiserlichen Kürbis‹ nachvollziehbar sind.

Vortrag: Jonas Scherr ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Stuttgart. Seine Forschungsinteressen gelten der römisch-lateinischen und griechischen Geistes- und Literaturgeschichte, den ‚Randbereichen‘ der antiken Mittelmeerwelt sowie – in methodischer Hinsicht – der Epigraphik.

Lesung: Anja Rambow hat an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart das Fach Sprechkunst und Kommunikationspädagogik studiert und ist Dipl. Sprecherzieherin. Sie ist Mitglied im Ensemble der Akademie für gesprochenes Wort und arbeitet darüber hinaus als Sprechpädagogin an verschiedenen Einrichtungen.

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 29. November 2016, 18:00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

»Was es nicht alles zu loben gibt…!« Enkomia aufs Zähneputzen, die Fliege und manches mehr

»Ich hätte noch vieles über einen so reichen Gegenstand [die Fliege] zu sagen; aber es ist Zeit aufzuhören, damit ich nicht, wie das Sprichwort sagt, aus einer Fliege einen Elefanten mache.« (Lukian)

Lobreden (enkomia) besaßen auch außerhalb von Politik und Recht eine große Bedeutung innerhalb der antiken Rhetorik. Kaum ein anderes Behandlungsfeld bot dem Redner so viele Möglichkeiten seine rhetorische Kunst zu zeigen. Dies zeigt sich nicht nur an der Fülle von rhetorischen Mitteln in den erhaltenen enkomiastischen Texten, sondern auch an der Vielzahl der gewählten Themen. Gelang es einem Redevirtuosen einen abwegigen Behandlungsgegenstand überzeugend zu loben, konnte er sich einer entsprechenden Würdigung seiner Zuhörer gewiss sein.

Vortrag: Christian Fron ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik an der Universität Heidelberg.

Lesung: Rudolf Guckelsberger studierte katholische Theologie in Bonn und Würzburg, dann Sprechkunst und Sprecherziehung an der Musikhochschule Stuttgart. Beide Studien schloss er mit dem Diplom ab. Seit 1990 arbeitet er als Sprecher und Moderator beim SWR. Darüber hinaus erarbeitet Guckelsberger literarische Programme und ist ein international gefragter Interpret von Kompositionen für Sprecher und Instrumentalensembles.

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 26. April 2016, 18:00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

Der Schweiß des Maximinus Thrax - Unglaubwürdiges aus der Historia Augusta

Die ›Historia Augusta‹ ist eine der rätselhaftesten und amüsantesten Geschichtsquellen der Antike. Nach eigenem Zeugnis von vorgeblich sechs Autoren zur Zeit der Kaiser Diokletian und Konstantin verfasst, muss man heute von einem unbekannten paganen Autor ausgehen, der tatsächlich um das Jahr 400 n. Chr. tätig war. Das Geschichtswerk dieses Anonymus steckt voller Wundergeschichten, Übertreibungen, wie detailreichen phantastischen Schilderungen über Leben und Charakter der römischen Herrscher von Hadrian bis Carinus. Doch sind die unglaubwürdigen Geschichten nicht nur literarischer Zeitvertreib, sondern erfüllen eine Funktion im spätantiken Religionsdiskurs zwischen heidnischen und christlichen Römern.

Vortrag: Tobias Arand ist Professor für Geschichte und ihre Didaktik an die PH Ludwigsburg und Geschichtslehrer an der Elly-Heuss-Knapp Realschule Ludwigsburg. Er ist Herausgeber und Autor von Schulbüchern im Klett-Verlag. Sein Forschungsinteresse gilt neben der Fachdidaktik, den Problemen der antiken Geschichtsschreibung, der Regionalgeschichte, Museumsgeschichte (Historische Lernorte), der Geschichtskultur – insbesondere des Krieges und der Geschichte der Geschichtsdidaktik.

Lesung: Rudolf Guckelsberger

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 12. Januar 2016, 18:00 Uhr im Landesmusem Württemberg statt.

Rückblick 2015

Der nachdenkliche Kaiser

»Zu jeder Stunde denke als Römer und als Mann daran, das, was dir aufgegeben ist, mit unanfechtbarer, schlichter Würde und Menschenliebe, in Freiheit und Gerechtigkeit zu tun […].« (Marc Aurel, Selbstbetrachtungen 2,5)

Marc Aurel (121–180 n. Chr.), dessen der Stoa verpflichtete Lebens- und Handlungsweise ihm in der Historiographie häufiger die Bezeichnung »Philosoph auf dem Kaiserthron« eingebracht hat, hinterlässt mit seinen Selbstbetrachtungen auch heute noch gerne rezipierte philosophische Maximen zum tugendhaften Handeln. Die wohl im letzten Lebensjahrzehnt entstandenen Sentenzen und Aphorismen zeigen die Selbstreflexionen eines weisen Herrschers. Kontrastiert mit Auszügen aus Briefen des jungen Marc Aurel ergeben sich durch die gelesenen Texte nicht nur tiefe Einblicke in die Persönlichkeit dieses römischen Kaisers, sondern auch in eine Philosophie der praktischen Politik.

Vortrag: Christian Winkle ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Stuttgart. Sein Forschungsinteresse gilt der antiken Umweltgeschichte, der Sportgeschichte, der politischen Kultur, der Emotions- und Stimmforschung sowie der Geschichte Italiens und der römischen Republik. Er arbeitet an einer Dissertation zum Umgang mit Wetter und Klima in römischer Zeit.

Lesung: Felix Heller studierte Sprechkunst und Gesang in Stuttgart. Er wirkte in zahlreichen Produktionen der Musikhochschule, des SWR und in eigenen Revuen mit. Seit 2011 ist er Mitglied im Sprechensemble der Akademie für gesprochenes Wort. 2010 debütierte er im Musical ›Humboldt‹ als Hauptdarsteller. Er gründete das bundesweit gefragte Metropol-Orchester und tritt regelmäßig als Gesangssolist auf.

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 8. Dezember 2015, 18:00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

Vom beschwerlichen Leben eines Tyrannen - Xenophons Dialog »Hieron«

»Welche Freude, glaubst Du, machen einem Leute, die nichts Schlimmes sagen, wenn man aber genau weiß, daß all die Schweigenden schlimme Gedanken gegen den Tyrannen hegen?« (Xenophon, Hieron 1,15)

In seiner kleinen Schrift ›Hieron‹ erörtert der Sokratesschüler Xenophon die Frage, welches Lebensglück einem Tyrannen möglich ist. Die um 360 v. Chr. geschriebene Abhandlung ist in Form eines fiktiven Gesprächs zwischen dem Dichter Simonides von Keos und dem syrakusanischen Herrschers Hieron I. gestaltet und stellt einen Vergleich zwischen dem Leben eines Tyrannen und dem eines einfachen Bürgers und Privatmannes an. Der Dialog stellt die früheste erhaltene grundlegende Reflexion des Phänomens der griechischen Tyrannis und der Frage nach den Merkmalen einer legitimen Herrschaft dar.

Vortrag: Prof. Dr. Peter Scholz hat den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Stuttgart inne. Seine Forschungsinteressen gelten der griechischen Sozial- und Kulturgeschichte, insbesondere der hellenistischen Zeit, der römischen Republik, der antiken politischen Theorie sowie der Kindheit, Jugend, Erziehung und Bildung in der Antike.

Lesung: Rudolf Guckelsberger

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 17. November 2015, 18:00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

Leiden an der Herrschaft der Menge - Die früheste Kritik an der athenischen Demokratie

»Was die Bürgerschaft der Athener anbelangt, so kann ich es nicht gutheißen, daß sie sich gerade für diese Art von Bürgerschaft entschieden haben; da sie aber nun einmal beschlossen haben, daß es den gemeinen und schlechten Leuten besser ergehen soll als den guten und anständigen: das kann ich aus diesem Grund gar nicht gutheißen« (Pseudo-Xenophon, Staat der Athener 1,1)

Um das Jahr 430 v. Chr. übt ein uns nicht näher bekannter Athener harsche Kritik an der Volksherrschaft in seiner Heimatstadt. Der Autor, der oft auch als alter Oligarch bezeichnet wird, wettert freilich nicht nur gegen die athenische Demokratie, sondern anerkennt auch ganz offen das große Geschick, mit der es der Menge der einfachen Bürger in vielerlei Hinsicht gelingt, die Vornehmen und Reichen der Stadt für ihre Zwecke einzusetzen. In seiner an die Öffentlichkeit gerichteten Stellungnahme durchmustert er die verschiedenen Funktionen und Aufgaben der demokratischen Praxis und legt seinen Zuhörern in sophistischer Manier die Vor- und Nachteile dar, die daraus den reichen wie auch den armen Bürgern erwachsen.

Vortrag: Prof. Dr. Peter Scholz

Lesung: Rudolf Guckelsberger

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 7. Juli 2015, 18 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

»Herrsche über alles …« (Ovid Fasti 4,859) – das Lob der ewigen Stadt

»Wenn jemand auf die Stadt selbst und auf ihre Grenzen blickt, so wundert er sich nicht mehr, dass der gesamte Erdkreis von einer so großen Stadt beherrscht wird.« (Aelius Aristeides, Romrede 9)

In ausgewählten Texten wird die Schönheit und Größe Roms vorgestellt, wie sie von verschiedenen antiken Besuchern der Stadt als Zentrum der damaligen Welt geschildert und beschworen wurde. Dabei kommen nicht nur der Lobpreis herausragender Plätze und Bauten, sondern auch der Verweis auf den imperialen Auftrag sowie die Erinnerung an große politische Leistungen und historische Persönlichkeiten Roms zum Vortrag.

Vortrag: Prof. Dr. Peter Scholz

Lesung: Frank Streichfuß

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 24. März 2015, 18.00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

Teufelsmauer und Heidengraben – von der Entdeckung des römischen Südwesten

»Folgenschwer für die Urgeschichte unseres Vaterlandes (…)« (Theodor Mommsen)

Die Forschungsgeschichte des römischen Limes ist genauso spannend wie die Geschichte des Limes selbst. Im Mittelalter spukte die Vorstellung von übernatürlichen Mächten, die bei diesem Grenzwall am Werk gewesen seien, in den Köpfen der Menschen herum. Mit der Reichsgründung 1871 begann die systematische Erforschung von Grenze und Grenzanlagen. Dahinter stand der Wunsch, den Deutschen eine möglichst weit zurückreichende, identitätsstiftende Vergangenheit mit den Römern als Vorzeigeobjekten zu verschaffen. 1892 nahm unter Federführung von Theodor Mommsen die Reichslimeskommission ihre Arbeit auf, die sich, in der Mehrzahl mit aktiven und pensionierten Militärs besetzt, vor allem für die militärische Funktion des Limes interessierte. Viele Dokumente vermitteln einen lebendigen Eindruck von jener Zeit, als die Forschungen zum Limes noch in den Kinderschuhen steckten, jedoch auch bereits zu zukunftsweisenden Ergebnissen führten.

Vortrag: Prof. Dr. Holger Sonnabend lehrt Alte Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u.a. die Historische Geographie und Umweltgeschichte der Antike sowie die antike Biographie und Historiographie. Zum Thema veröffentlichte er 2012 »Unter der Herrschaft der Caesaren: Schwabens römische Vergangenheit«.

Lesung: Felix Heller

Die Veranstaltung fand am 3. Februar 2015, 18.00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.

»Von den tausend grausamen Gefahren Roms« oder warum man Rom meiden sollte

»Dort (auf dem Lande) sollte man leben, wo es keine Brände gibt, keine Angst in der Nacht.« (Iuvenal 3,197 f.)

Das antike Rom war nicht nur der politische und kulturelle Mittelpunkt und somit auch Referenzpunkt für alles städtische Leben in der römischen Kaiserzeit. Die Stadt barg auch mancherlei Gefahren und Katastrophen. Brände, Überschwemmungen, Lärm, Verkehrschaos und Raub machten das Leben vor allem der ärmeren Bürger gefährlich. Die gelesenen Texte legen Zeugnis von den Gefahren ab, die das Leben in einer Metropole wie Rom mit sich brachte, und werfen damit auf ernste und satirische Art ein Licht auf die Sorgen des antiken Großstädters.

Vortrag: Christian Winkle

Lesung: Frank Streichfuß

Die Veranstaltung fand am 13. Januar 2015, 18.00 Uhr im Landesmuseum Württemberg statt.